Besuch bei Freunden und der “Perle”
by Andreas on Jan.10, 2010, under Projekt
In Kiskunfelegyhaza erwartet uns am Morgen nicht nur schönes Wetter (Sonnenschein und 10°C), sondern auch ein üppiges Frühstück, das wir so überhaupt nicht mehr gewohnt sind! Wir schlagen richtig zu und rollen guten Muts los, bei trockenen und gut zu fahrenden Straßen in einem Rutsch durch bis zum Tankstopp in Adorny. Dort will ich erst mal abklären, ob die Probleme mit der EC-Karte gelöst sind und tätige einen “Testkauf”: einen kleinen Riegel Kinder-Schokolade, und siehe da: es funktioniert, also können wir bedenkenlos auch die Tanks voll machen.
Danach geht’s zügig weiter Richtung Budapest, genauer gesagt zum Haroshi Yacht Club, wo wir nach der “Donauperle” schauen wollen. Wir finden sie so vor, wie wir sie verlassen haben: alles in Ordnung; es ist alles trocken, kein Bilgenwasser! Hendrik macht einen kurzen Rundumcheck, und wir fahren beruhigt weiter.
Nach Budapest ist es nur ein Katzensprung. Dort halten wir uns allerdings nicht lange auf: Es ist Samstag Nachmittag, an Offiziellen ist niemand erreichbar und auch die diversen Medien sind – wenn überhaupt – nur in Minimalbesetzung tätig. Wir fahren direkt an der Donau durch die Metropole, und es kommen Erinnerungen an die Hinfahrt auf: Deutlich kälter war’s, aber sonniger. Die jetzigen Bilder geraten eher etwas grau … – kein Wunder, denn kurz nach Budapest beginnt es auch schon wieder zu regnen, auch die Temperaturen gehen bis auf 2°C in den Keller.
Wir schauen, dass wir rasch nach Esztergom kommen, wollen dort versuchen, Miklosch zu erreichen. Ihn haben wir ja bei unserem ersten Stopp in der schönen Stadt kennen gelernt. Pitschnass erreichen wir die ehemalige Hauptstadt Ungarns, aber per Telefon auch Miklosch. Der holt uns auch gleich ab, um uns zur Übernachtung bei sich und seiner Mutter einzuladen; das nehmen wir natürlich gerne an! Der Motorradfan, der zu seinem Bedauern keins mehr hat, räumt sein Auto aus der Garage, damit wir die Motorräder dort trocken und sicher unterbringen können. Dann gibt’s Kaffee und was zu essen, und anschließend wir Miklosch zum Fremdenführer: Vor allem das Wahrzeichen Esztergoms, die riesige Basilika aus dem Jahr 1820 ist beeindruckend. Sie zählt zu den größten Kirchenbauten Europas, die Kuppel hat innen eine beeindruckende Höhe von 100 Metern aufzuweisen!
Der Sonntag beschert uns zunächst wieder ein ordentliches Frühstück, draußen jedoch weniger Angenehmes: Naßkaltes Wetter mit leichtem Nieselregen. Miklosch bittet uns, noch kurz bei einem Freund vorbei zu fahren; der ist ebenfalls Motorradfahrer und möchte uns und unsere Bikes auch kennenlernen – klar, dass wir das machen! Wir werden dafür von den beiden mit dem Auto durch Esztergom gelotst, hinüber in die Slowakei nach Štúrovo. Dabei überqueren wir die Maria-Valeria-Donaubrücke, die im zweiten Weltkrieg von deutschen Truppen gesprengt worden war; bis zum Wiederaufbau im Jahr 2001 war sie unpassierbar!
Über Komarno (hier haben wir auf dem Hinweg unsere “Perle” nach der “Fast-Versenkung” leergepumpt!), wo es wieder zu regnen beginnt, und Samorin gelangen wir direkt nach Bratislava. Es hat zwar wieder aufgehört zu regnen, die Temperaturen sind jedoch nur noch knapp über dem Gefrierpunkt, so dass wir uns in einem Einkaufszentrum, dessen Geschäfte allesamt geöffnet haben, bei einer Kaffeepause aufwärmen. Wir halten uns auch hier nicht länger auf, sondern wollen weiter; nach Wien sind es nur knapp 60 Kilometer.
In Hainburg machen wir jedoch den nächsten Stopp: Bei Vera Lehner, die uns auf der Hinfahrt schon so nett unterstützt hat, schauen wir gerne vorbei. Und die Chefin vom “Haydnstüberl” freut sich ehrlich, uns wohlbehalten wieder zu sehen. Wir genehmigen uns ein ordentliches Mahl und lenken unsere Bikes auf trockener, aber mittlerweile von reichlich Schnee gesäumter Straße Richtung Wien. Wir steuern am Zentralfriedhof vorbei ins Zentrum, haben jedoch kein Auge für die imposanten Bauwerke. Uns zieht’s einfach weiter, zudem ist der Verkehr hier selbst am Sonntag Nachmittag alles anderes als entspannend!
Wir hoffen, etwas außerhalb der österreichischen Metropole ein günstiges Quartier zu finden, haben aber erstmal Pech: die geöffneten Häuser haben Preise, die uns deutlich zeigen, dass wir wieder in “heimischen Gefilden” sind; und die Pensionen, die preislich unseren Vorstellungen entsprächen, haben geschlossen. Mittlerweile ist es bereits dunkel, die feuchten Straßen werden stellenweise eisig, und es ist anstrengend zu fahren. Trotzdem müssen wir bis Tulln, bis wir in der dortigen Jugendherberge endlich ein Zimmer bekommen. Janja Bilic an der Rezeption ist von unserer Tour ganz angetan und macht sehr gerne den “Info-Multiplikator” für die Passauer-Freundschaftswoche!
Wir schlendern noch etwas durch die Innenstadt, gehen zum Chinesen und machen eine grobe Planung für morgen: In Krems bei der Bezirksblatt-Redaktion vorbei; an der Schleuse Wallsee die Einladung zum Kaffee wahrnehmen, und dann …? Schau ma moi, vielleicht sind wir ja morgen schon daheim!?




















