Danube Adventure "Friendship"

Regen, Schnee und neue Freunde

by Andreas on Jan.02, 2010, under Projekt

In Breila sieht die Sache gar nicht soo übel aus, als wir uns gegen 09.00 Uhr auf den Weg machen: Es hat 2°C und es nieselt ganz leicht. Bereits 30 Kilometer weiter in Richtung Slobozia sieht die Sache ganz anders aus – sofern wir noch was sehen: Der Nieselregen hat sich zuerst in kräftigen Regen verwandelt, dann in dichten, nassen und schweren Schneefall umgeschlagen, der die Visiere von außen ziemlich “dicht” macht, dauernde Wischerei verlangt und zudem dafür sorgt, dass das Sichtfeld von innen durch den Atem schön beschlägt. Weiters bildet er auf der Fahrbahn relativ schnell eine unschöne, matschige Schicht, auf der es sich nicht wirklich flott und unbeschwert fahren lässt.

Wir fahren jedenfalls die etwa 100 Kilometer bis Slobozia Non-Stopp durch, weil unterwegs einfach nix ausfindig zu machen ist, um eine kurze Einkehr zu halten: Samstag, 2. Januar – Feiertag – alles zu! In Slobozia, wo wir vor allem an Händen und Füßen reichlich durchnässt und – mit dem Weiß bedeckt – fast wie Schneemänner ankommen, bietet sich ein ähnliches Bild; wir finden kein Kaffee, kein Restaurant, kein Bistro, in dem wir uns (kurz) aufwärmen, evtl. ein bisschen trocknen und unsere weitere Fahrtroute planen oder festlegen könnten. So schlägt Hendrik als vernünftigste Alternative vor, den heutigen Tripp hier abzubrechen und uns ein Hotel zu suchen; es ist kurz vor 12.oo Uhr.

Im Hotel “Select” können wir unsere Sachen zum Trocknen an der Zimmerheizung arrangieren und über unser weiteres Vorankommen nachdenken. Für Morgen und übermorgen sind Temperaturen unter Null Grad und noch mehr Schneefall vorhergesagt – wir werden morgen Früh ja sehen, wie’s ausschaut…?!

Ich hole mir jedenfalls an der Rezeption einen Stadtplan, auf dem ich – ganz in der Nähe des Hotels – das “Ionel Perlea – UNESCO Cultural Center” entdecke, in dem auch ein Radiosender untergebracht sein soll. Also – hin! Dort finden wir in Florin Floreanu, dem Programmdirektor, und der Redakteurin Clementina Tudor zwei sehr aufgeschlossene und interessierte Gastgeber und Zuhörer. Später gesellen sich noch Spiru Cretu, ein Freund von Florin, und Lorenzo Radu, ein ehemaliger Mitarbeiter, hinzu. Vor allem Lorenzo ist uns sehr behilflich. Er spricht perfekt englisch und dolmetscht das anschließende, ausführliche Interview, in dem wir wieder mal sehr gerne unser Anliegen erklären und entsprechende Einladungen aussprechen.

Lorenzo möchte uns außerdem etwas Regional-Colorit in Sachen Küche vermitteln und holt uns was zu essen: eine Art Krautwickel mit einer Fleisch-Reis-Mischung; anschließend bietet er sich als Fremdenführer an und zeigt uns die einzigartige Holzkirche von 1737,  die in Poiana in der hiesigen Ialomita-Region abgetragen und hier im Zentrum neben dem “National Museum of Agriculture” wieder errichtet wurde. Der Kontrast zum Museum, das in einem Gebäude typischer kommunistischer Block-Bauart untergebracht ist, könnte kaum größer sein.

Nach dieser kurzen kultur-historischen Exkursion begleitet uns Lorenzo zum Hotel, ist untwerwegs nochmals kurz als Dolmetscher beim Einkauf behilflich und verabschiedet sich – er muss heute noch nach Bukarest. Mindestens bis dorthin möchten wir morgen auch …

Das Vorhaben!

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