Danube Adventure "Friendship"

Author Archive

Sind wir gescheitert?

by Andreas on Jul.25, 2010, under Projekt

Nein – und dennoch auch Ja! Warum? Ganz einfach: Unsere Reise hatte ja nicht nur zum Ziel, ans Schwarze Meer und wieder zurück zu kommen; wir wollten mit dieser Tour ja – wie angekündigt – auch einen Beitrag zur Völkerverständigung, für die Toleranz, für Freundschaften zwischen verschiedenen Völkern und Kulturen leisten. Aus diesem Grund sollte als 2. Teil der Unternehmung im September diesen Jahres die „Kultur- und Freundschaftswoche“ in Passau stattfinden – und das ist nicht der Fall!

Gründe dafür gibt es einige, hauptsächlich ist es jedoch so, dass wir es nicht geschafft haben, neben der Überbringung der Einladungen – was ja noch super geklappt hat – vor allem zuhause die organisatorischen und logistischen Voraussetzungen zu schaffen, das Vorhaben zu einem positiven Ende zu bringen. Da haben wir uns trotz der Unterstützung von verschiedenen Seiten wohl ein paar zu große Schuhe angezogen, aus denen wir nun einfach “rausgerutscht” sind. Mit ausschlaggebend dafür war wohl auch, dass sich vor allem bei mir einiges getan hat: gesundheitlich, im beruflichen wie im privaten Umfeld – ohne jetzt zu sehr ins Detail zu gehen. Vor allem die Tatsache, dass ich von Untergriesbach weggezogen bin und dadurch einfach auch der direkte Kontakt zu den Personen und Einrichtungen vor Ort deutlich verändert hat und die ursprüngliche Nähe verloren gegangen ist, ist ein Grund dafür.

Sorry also dafür, dass wir “nur” auf unserer Tour zum Schwarzen Meer und zurück in allerdings vielen Gesprächen, Treffen und Erlebnissen mit den unterschiedlichsten Menschen unsere Idee verbreitet und veröffentlicht haben; wir sind jedoch überzeugt, dass wir allein dadurch schon etwas für die Freundschaft, die Toleranz und die Völkerverständigung getan haben.

Leave a Comment more...

Erinnerungen tauchen auf

by Andreas on Jan.26, 2010, under Projekt

Jetzt sind wir schon fast zwei Wochen wieder daheim, die “Nachbearbeitung” ist in vollem Gange: Hendrik schneidet den Film, ich sortiere meine Aufzeichnungen, sichte und ordne die gesammelten Adressen. Und dabei “finde” ich auf meinem Handy auch einen rumänischen Song, den mir Bogdan in der Kneipe in Carna, unserer Schneenacht im “Abbruchhaus”, unbedingt überspielen wollte. Dieses Lied sei typisch rumänisch und zur Zeit absolut in. Leider habe ich keine Ahnung mehr, ob der Titel wirklich “Sandu Ciorba” heißt und worum es geht. Aber hört es euch einfach selbst mal an …

Sandu Ciorba

Bogdan und Hendrik in der Kneipe in Carna

Bogdan und Hendrik in der Kneipe in Carna

1 Comment more...

Zurück in den Alltag

by Andreas on Jan.13, 2010, under Projekt

Ausschlafen! Es ist schon angenehm, mal nicht den Wecker zu stellen und einfach aufzustehen, wenn man wach wird. Das war allerdings heute auch so um die Zeit wie die letzten Tage: Der Mensch ist eben ein Gewohnheitstier! Und jetzt heißt’s auch wieder, in den gewohnten Alltag zurück zu kommen.

Natürlich werden wir auch weiterhin hier entsprechende Neuigkeiten zu unserem Projekt veröffentlichen; allerdings dürfte auch klar sein, dass es keine täglichen updates mehr gibt.

Dennoch für heute eine sehr erfreuliche Neuigkeit: Auf unserer website “www.international-friendship-and-understanding.net” haben sich bereits einige Leute für unsere Freundschaftswoche im September in Passau angemeldet! Für Interessierte lohnt es sich also auf jeden Fall, auch diese Seite zu besuchen – und anmelden ist auch alles andere als verkehrt!

Und selbstverständlich freuen wir uns über jeden, der über unser Projekt und die Möglichkeit, an der Freundschaftswoche in Passau teilzunehmen, seinen Freundes- und Bekanntenkreis informiert; für diese Unterstützung: Danke!

Leave a Comment more...

Kaffee, Schnee und heiße Badewanne – wir sind zurück!

by Andreas on Jan.12, 2010, under Projekt

Minus 2°C zeigt das Thermometer und die Sonne versucht, sich durch die Wolken zu schieben, als wir  uns auf freien und trockenen Straßen nach Krems aufmachen. Neben den Straßen liegt zwar gut Schnee, aber das Fahren ist völlig problemlos. In Krems steuern wir die Bezirksblatt-Redaktion an, und Redaktionsleiterin Doris Necker freut sich über unseren Besuch: Kurzes Gespräch, ein Foto – und wir sind wieder weg; schließlich erwartet uns in der Schleuse Wallsee ein Kaffee!

Die dortige Belegschaft hat uns schon erwartet: Sie verfolgen unsere Tour mit großem Interesse und wussten vom letzten Eintrag, dass wir kommen würden. Der Empfang ist herzlich! Wir bekommen Kaffee satt und werden sogar noch mit selbstgebackenen Plätzchen verwöhnt. Uns geht’s richtig gut und wir reden und reden… Als wir endlich wieder abziehen, schneit es wieder. Die Straßen sind trotzdem gut zu fahren und so geht’s relativ flott an Linz vorbei Richtung Heimat. Nach Linz entscheiden wir uns allerdings, nicht der Donau entlang über Eferding zu fahren, sondern glauben, die Bundesstraße über Rohrbach sei besser. Innerhalb der nächsten Stunde erweist sich dies jedoch als absoluter Trugschluss! Der Schneefall nimmt zu, die Straßen machen dicht und wir kommen nur noch im Schneckentempo voran.

Während ich mal kurz was Dringendes zu erledigen habe, düst Hendrik weiter – und war nicht mehr gesehen. Bis Rohrbach hole ich ihn nicht mehr ein, auch an der dortigen Tankstelle finde ich ihn nicht. Die Wetterbedingungen sind allerdings mittlerweile so schlecht – dunkel, Schneefall, minus 7°C – , dass ich beschließe, nicht mehr weiter zu fahren, sondern hier eine Übernachtungsmöglichkeit zu suchen. Dabei hoffe ich, dass meine EC-Karte geht, denn unsere Barschaft hat Hendrik, ich nur das “Plastikgeld”.

Im Hotel Kern in Rohrbach finde ich nur eine Telefonnummer, die ich anrufe. Die Chefin erklärt mir am Telefon ganz unbürokratisch den Zahlencode für den Schlüsselsafe, und ich habe eine wunderbare Übernachtung. Auch das “Kartenproblem” ist wirklich keins – klasse!! Vielen Dank!

Hendrik versuche ich telefonisch zu erreichen, weil ich davon ausgehe, dass er den Heimweg einfach durchgezogen hat, erreiche ihn aber nicht. Später ruft er mich an und erzählt, dass er nur ein paar Kilometer weiter “aufgegeben”, die KTM abgestellt hat und sich von Hans hat holen lassen – er ist also gut heimgekommen und ich schlafe ruhig.

Der nächste Morgen präsentiert sich in winterlicher Schönheit: eisige Kälte (-8°C), leichter Sonnenschein und wieder relativ frei befahrbare Straßen. Es ist richtig schön, die letzten paar Kilometer nach Untergriesbach abzuspulen. Dort angekommen, genehmige ich mir im “Café Pur” bei Uli und Benno erstmal einen Willkommens-Cappuccino. Das heiße Bad zuhause genieße ich etwas später. Hendrik hat mittlerweile die KTM auch abgeholt und ist daheim. Wir sind zurück!

Das Vorhaben!

AWI_9868AWI_9870AWI_9872AWI_9880AWI_9892AWI_9894AWI_9899AWI_9900AWI_9905AWI_9909AWI_9907AWI_9918AWI_9919AWI_9921AWI_9925AWI_9928

Leave a Comment more...

Besuch bei Freunden und der “Perle”

by Andreas on Jan.10, 2010, under Projekt

In Kiskunfelegyhaza erwartet uns am Morgen nicht nur schönes Wetter (Sonnenschein und 10°C), sondern auch ein üppiges Frühstück, das wir so überhaupt nicht mehr gewohnt sind!  Wir schlagen richtig zu und rollen guten Muts los, bei trockenen und gut zu fahrenden Straßen in einem Rutsch durch bis zum Tankstopp in Adorny.  Dort will ich erst mal abklären, ob die Probleme mit der EC-Karte gelöst sind und tätige einen “Testkauf”: einen kleinen Riegel Kinder-Schokolade, und siehe da: es funktioniert, also können wir bedenkenlos auch die Tanks voll machen.

Danach geht’s zügig weiter Richtung Budapest, genauer gesagt zum Haroshi Yacht Club, wo wir nach der “Donauperle” schauen wollen. Wir finden sie so vor, wie wir sie verlassen haben: alles in Ordnung; es ist alles trocken, kein Bilgenwasser! Hendrik macht einen kurzen Rundumcheck, und wir fahren beruhigt weiter.

Nach Budapest ist es nur ein Katzensprung. Dort halten wir uns allerdings nicht lange auf: Es ist Samstag Nachmittag, an Offiziellen ist niemand erreichbar und auch die diversen Medien sind – wenn überhaupt  – nur in Minimalbesetzung tätig. Wir fahren direkt an der Donau durch die Metropole, und es kommen Erinnerungen an die Hinfahrt auf: Deutlich kälter war’s, aber sonniger. Die jetzigen Bilder geraten eher etwas grau … – kein Wunder, denn kurz nach Budapest beginnt es auch schon wieder zu regnen, auch die Temperaturen gehen bis auf 2°C in den Keller.

Wir schauen, dass wir rasch nach Esztergom kommen, wollen dort versuchen, Miklosch zu erreichen. Ihn haben wir ja bei unserem ersten Stopp in der schönen Stadt kennen gelernt. Pitschnass erreichen wir die ehemalige Hauptstadt Ungarns, aber per Telefon auch Miklosch. Der holt uns auch gleich ab, um uns zur Übernachtung bei sich und seiner Mutter einzuladen; das nehmen wir natürlich gerne an! Der Motorradfan, der zu seinem Bedauern keins mehr hat, räumt sein Auto aus der Garage, damit wir die Motorräder dort trocken und sicher unterbringen können. Dann gibt’s Kaffee und was zu essen, und anschließend wir Miklosch zum Fremdenführer: Vor allem das Wahrzeichen Esztergoms, die riesige Basilika aus dem Jahr 1820 ist beeindruckend. Sie zählt zu den größten Kirchenbauten Europas, die Kuppel hat innen eine beeindruckende Höhe von 100 Metern aufzuweisen!

Der Sonntag beschert uns zunächst wieder ein ordentliches Frühstück, draußen jedoch weniger Angenehmes: Naßkaltes Wetter mit leichtem Nieselregen. Miklosch bittet uns, noch kurz bei einem Freund vorbei zu fahren; der ist ebenfalls Motorradfahrer und möchte uns und unsere Bikes auch kennenlernen – klar, dass wir das machen! Wir werden dafür von den beiden mit dem Auto durch Esztergom gelotst, hinüber in die Slowakei nach Štúrovo. Dabei überqueren wir die Maria-Valeria-Donaubrücke, die im zweiten Weltkrieg von deutschen Truppen gesprengt worden war; bis zum Wiederaufbau im Jahr 2001 war sie unpassierbar!

Über Komarno (hier haben wir auf dem Hinweg unsere “Perle” nach der “Fast-Versenkung” leergepumpt!), wo es wieder zu regnen beginnt, und Samorin gelangen wir direkt nach Bratislava. Es hat zwar wieder aufgehört zu regnen, die Temperaturen sind jedoch nur noch knapp über dem Gefrierpunkt, so dass wir uns in einem Einkaufszentrum, dessen Geschäfte allesamt geöffnet haben, bei einer Kaffeepause aufwärmen. Wir halten uns auch hier nicht länger auf, sondern wollen weiter; nach Wien sind es nur knapp 60 Kilometer.

In Hainburg machen wir jedoch den nächsten Stopp: Bei Vera Lehner, die uns auf der Hinfahrt schon so nett unterstützt hat, schauen wir gerne vorbei. Und die Chefin vom “Haydnstüberl” freut sich ehrlich, uns wohlbehalten wieder zu sehen. Wir genehmigen uns ein ordentliches Mahl und lenken unsere Bikes auf trockener, aber mittlerweile von reichlich Schnee gesäumter Straße Richtung Wien. Wir steuern am Zentralfriedhof vorbei ins Zentrum, haben jedoch kein Auge für die imposanten Bauwerke. Uns zieht’s einfach weiter, zudem ist der Verkehr hier selbst am Sonntag Nachmittag alles anderes als entspannend!

Wir hoffen, etwas außerhalb der österreichischen Metropole ein günstiges Quartier zu finden, haben aber erstmal Pech: die geöffneten Häuser haben Preise, die uns deutlich zeigen, dass wir wieder in “heimischen Gefilden” sind; und die Pensionen, die preislich unseren Vorstellungen entsprächen, haben geschlossen. Mittlerweile ist es bereits dunkel, die feuchten Straßen werden stellenweise eisig, und es ist anstrengend zu fahren. Trotzdem müssen wir bis Tulln, bis wir in der dortigen Jugendherberge endlich ein Zimmer bekommen. Janja Bilic an der Rezeption ist von unserer Tour ganz angetan und macht sehr gerne den “Info-Multiplikator” für die Passauer-Freundschaftswoche!

Wir schlendern noch etwas durch die Innenstadt, gehen zum Chinesen und machen eine grobe Planung für morgen: In Krems bei der Bezirksblatt-Redaktion vorbei; an der Schleuse Wallsee die Einladung zum Kaffee wahrnehmen, und dann …? Schau ma moi, vielleicht sind wir ja morgen schon daheim!?

Das Vorhaben!

10.01.09-110.01.09-210.01.09-310.01.09-910.01.09-410.01.09-510.01.09-610.01.09-710.01.09-810.01.10-110.01.10-210.01.10-310.01.10-410.01.10-5

Leave a Comment more...

Kein Geld, aber Gulaschsuppe!

by Andreas on Jan.08, 2010, under Projekt

Fast angenehme 5°C bietet uns der heutige Morgen in Timisoara, als wir uns auf den Weg machen. Die Straßen sind trocken, der Himmel zwar stark bedeckt, erweckt aber immer wieder den Anschein, als würde jeden Moment die Sonne ein bisschen durchblitzen wollen. Wir fahren flott bis Vinga, wo wir schon von weitem die interessante Silhouette mit den zwei Kirchen sehen. Eine davon  – die orthodoxe – ist geöffnet, so dass wir sie uns anschauen können; die andere – wir nehmen an, es ist die katholische – hat die Tore fest verschlossen; also auch kein Besuch.

Wir nehmen wieder die viel befahrene Hauptstraße und sind kurze Zeit später in Arad, wo uns die Wegweisung nach Budapest um die ganze Stadt herumführt. Mir kommt es so vor, als hätte Arad neben enormem Verkehr vor allem alles für internationale Speditionen zu bieten: Unternehmen an Unternehmen, LKW an LKW reihen sich an diesem äußeren Gürtel aneinander und entsprechend viele dieser “Brummis” kommen uns entgegen bzw. fahren mit uns in Richtung ungarischer Grenze. Die ist kurz hinter Nadlac, wo es leicht zu regnen beginnt, problemlos passiert.

Bis Szeged geht es eintönig dahin, “Regentropfen, die an mein Visier klopfen…” – und glücklicherweise bei mittlerweile nur noch knapp 1°C nicht als Schnee die Sicht nehmen. In Szeged will ich am Automat Geld abheben; der verweigert mir dieses Ansinnen jedoch. In der Bank erklären sie mir, dass ein  interner Systemfehler, der die Umstellung von 2009 auf 2010 nicht mitgemacht hat, dafür verantwortlich sein soll – sehr seltsam??  Ich versuch es beim Nachbar-Automat, doch der verweigert sich ebenfalls! Und ich kann’s kaum glauben: auch dort erzählt man mir die Umstellungsprobleme zum Jahreswechsel …? Dann fahren wir eben ohne  Aufstockung unserer “Bareinlagen” weiter.

Mittlerweile hat der Regen deutlich zugenommen, während wir wieder den Schildern Richtung Budapest folgen. Kurz hinter Szeged werden wir auch wieder daran erinnert, dass ja Winter ist: beiderseits der Straße nimmt der Schnee deutlich zu, ab Kistelek nervt er uns sogar ab und zu wieder mitten auf der Straße.

Da es so auf den ewig geraden Straßen mit entgegenkommenden LKWs, die dir beim Passieren Dank ihrer Gischt und  ihres Spritzwassers fast jedesmal eine  Ganzkörperdusche verpassen, nicht wirklich Spaß macht, ziehen wir noch durch bis Kiskunfelegyhaza (kann ihn zwar nicht wirklich aussprechen, aber der Name gefällt mir). Dort nisten wir uns im familiär-gemütlichen Hotel “Oazis” von Janosne Seres ein und genehmigen uns auch gleich das mit 670,00 Forint echt günstige Menue – und in Ungarn gehört da ja wohl eine echte Gulaschsuppe unbedingt dazu!

Das Vorhaben!

10.01.08-110.01.08-210.01.08-310.01.08-4

Leave a Comment more...

Regen, Schnee und neue Freunde

by Andreas on Jan.02, 2010, under Projekt

In Breila sieht die Sache gar nicht soo übel aus, als wir uns gegen 09.00 Uhr auf den Weg machen: Es hat 2°C und es nieselt ganz leicht. Bereits 30 Kilometer weiter in Richtung Slobozia sieht die Sache ganz anders aus – sofern wir noch was sehen: Der Nieselregen hat sich zuerst in kräftigen Regen verwandelt, dann in dichten, nassen und schweren Schneefall umgeschlagen, der die Visiere von außen ziemlich “dicht” macht, dauernde Wischerei verlangt und zudem dafür sorgt, dass das Sichtfeld von innen durch den Atem schön beschlägt. Weiters bildet er auf der Fahrbahn relativ schnell eine unschöne, matschige Schicht, auf der es sich nicht wirklich flott und unbeschwert fahren lässt.

Wir fahren jedenfalls die etwa 100 Kilometer bis Slobozia Non-Stopp durch, weil unterwegs einfach nix ausfindig zu machen ist, um eine kurze Einkehr zu halten: Samstag, 2. Januar – Feiertag – alles zu! In Slobozia, wo wir vor allem an Händen und Füßen reichlich durchnässt und – mit dem Weiß bedeckt – fast wie Schneemänner ankommen, bietet sich ein ähnliches Bild; wir finden kein Kaffee, kein Restaurant, kein Bistro, in dem wir uns (kurz) aufwärmen, evtl. ein bisschen trocknen und unsere weitere Fahrtroute planen oder festlegen könnten. So schlägt Hendrik als vernünftigste Alternative vor, den heutigen Tripp hier abzubrechen und uns ein Hotel zu suchen; es ist kurz vor 12.oo Uhr.

Im Hotel “Select” können wir unsere Sachen zum Trocknen an der Zimmerheizung arrangieren und über unser weiteres Vorankommen nachdenken. Für Morgen und übermorgen sind Temperaturen unter Null Grad und noch mehr Schneefall vorhergesagt – wir werden morgen Früh ja sehen, wie’s ausschaut…?!

Ich hole mir jedenfalls an der Rezeption einen Stadtplan, auf dem ich – ganz in der Nähe des Hotels – das “Ionel Perlea – UNESCO Cultural Center” entdecke, in dem auch ein Radiosender untergebracht sein soll. Also – hin! Dort finden wir in Florin Floreanu, dem Programmdirektor, und der Redakteurin Clementina Tudor zwei sehr aufgeschlossene und interessierte Gastgeber und Zuhörer. Später gesellen sich noch Spiru Cretu, ein Freund von Florin, und Lorenzo Radu, ein ehemaliger Mitarbeiter, hinzu. Vor allem Lorenzo ist uns sehr behilflich. Er spricht perfekt englisch und dolmetscht das anschließende, ausführliche Interview, in dem wir wieder mal sehr gerne unser Anliegen erklären und entsprechende Einladungen aussprechen.

Lorenzo möchte uns außerdem etwas Regional-Colorit in Sachen Küche vermitteln und holt uns was zu essen: eine Art Krautwickel mit einer Fleisch-Reis-Mischung; anschließend bietet er sich als Fremdenführer an und zeigt uns die einzigartige Holzkirche von 1737,  die in Poiana in der hiesigen Ialomita-Region abgetragen und hier im Zentrum neben dem “National Museum of Agriculture” wieder errichtet wurde. Der Kontrast zum Museum, das in einem Gebäude typischer kommunistischer Block-Bauart untergebracht ist, könnte kaum größer sein.

Nach dieser kurzen kultur-historischen Exkursion begleitet uns Lorenzo zum Hotel, ist untwerwegs nochmals kurz als Dolmetscher beim Einkauf behilflich und verabschiedet sich – er muss heute noch nach Bukarest. Mindestens bis dorthin möchten wir morgen auch …

Das Vorhaben!

10.01.02-610.01.02-110.01.02-210.01.02-310.01.02-410.01.02-710.01.02-5

Leave a Comment more...

Silvester mit dem Bürgermeister, Nebel im Neuen Jahr

by Andreas on Jan.01, 2010, under Projekt

Nachdem Hendrik sich dem Silvestertrubel entzieht und auf dem Zimmer bleibt, ziehe ich allein los, um auf dem großen Platz vor dem Rathaus ins Neue Jahr zu kommen. Eine Bühne ist aufgebaut, Bands spielen, der Platz ist voller Menschen und es herrscht eine fröhliche, ausgelassene Stimmung. Alkohol ist nur vereinzelt im Spiel, nur zum Anstoßen sind Champagner- und Sektflaschen parat.

Von der Gemeinde wird an einem Zelt heißer Tee ausgeschenkt, und als ich mir auch einen Becher hole, komme ich ins Gespräch. Dabei stellt sich heraus, dass Constantin Hague, der Bürgermeister selbst, aus Tradition zu Silvester am Ausschank steht – das trifft sich ja prima. Es ist ein Leichtes, ihn kurz von seiner Aufgabe zu entreißen, ihm unser Projekt vorzustellen und gleichzeitig offiziell unsere Einladung zu überbringen. Das Unternehmen gefällt ihm sehr gut und er stellt mir eine Kollegin vor: Cleopatra – sie heißt wirklich so – ist die Leiterin des Donau-Tourismus-Büros und erzählt mir, dass sie eine Partnerschaft mit Ulm haben und in den beiden Städten im Jahreswechsel das “Donau-Festival” ausrichten. Sie freut sich sehr über die Einladung und damit wieder über eine neue Anlaufstation entlang der Donau: “Wir bleiben auf jeden Fall in Kontakt”, gibt sie mir zum Abschied mit auf den Weg.

Der Jahreswechsel wird mit einem pompösen Feuerwerk begangen, ein kurzes Anstoßen und dann wird getanzt: Tradtioneller Volkstanz der in kleinem Kreis beginnt und immer mehr umstehende einbezieht, so dass sich der Kreis mehr und mehr vergrößert und in eine tanzende Spirale übergeht. Auch ich werde einfach geschnappt, integriert und “mitgetanzt” – dass ich von der Schrittfolge keine Ahnung habe, ist völlig nebensächlich; die Herzlichkeit ist eine Freude!

Nicht wirklich eine Freude ist der nächste Tag; nicht weil ich einen Kater hätte oder unausgeschlafen wäre: es ist das Wetter! Dicker Nebel verschluckt Tulcea, und auch als wir uns auf den Weg machen, wird es keinen Deut besser. Wir sehen gerade mal an die hundert Meter und bekommen so bei unserem vorsichtigen Vorwärtsrollen von der Umgebung leider überhaupt nichts mit.

Kurz vor Braila nehmen wir die Fähre nach Galati, von wo aus wir nach Reni in Moldawien und weiter in die Ukraine wollen. Galati ist jedoch – sicher auch wegen des dichten Nebels – ziemlich unübersichtlich und wir irren etwas ziellos umher. Die Frage nach dem Wohin bringt uns zwar einen hilfsbereiten Autofahrer, der uns aber offensichtlich falsch verstanden hat und uns in eine andere Richtung lotst. Das merke ich erst, nachdem ich bei einem Blick auf die Karte den eben durchfahrenen Ort “total daneben” lokalisiere. Wir drehen als wieder um, zurück nach Galati; diesmal die richtige Auskunft erhalten – und auch richtig gefahren!

Die Grenzkontrolle nach Moldawien in Giurgiulesti bringt das nächste Problem: Bei meiner grünen Versicherungskarte ist auch Moldawien nicht integriert. Das lässt sich aber noch relativ schnell ändern: 10 € für eine Kurzzeit-Versicherung und los ging’s. Dann bemerkt die Beamtin jedoch, dass bei den Papieren unserer Motorräder nicht wir, sonder KTM bzw. Motorrad Huber als Besitzer eingetragen sind. Also ist nicht klar, dass wir autorisiert sind, mit den Fahrzeugen unterwegs zu sein. Alle Erklärungen von wegen “Sponsoring”, Reportage, Journalismus usw. helfen gar nix – wir kommen nicht rein. Somit ist Moldawien und damit auch die Ukraine für uns nicht erreichbar, wir müssen umkehren!

Leicht frustriert fahren wir wieder zurück nach Galati und weiter nach Brail. Dort finden wir zufällig das Hotel Traian, das wir uns für heute genehmigen. Die nette Dame an der Reception bittet uns von sich aus, doch unsere Motorräder in der Hotelhalle unterzustellen, denn draußen seien sie nicht bewacht. Damit haben wir nun auch überhaupt nicht gerechnet, fahren die Bikes aber natürlich gerne in die Halle. Das Zimmer ist auch O.K. und bietet einen nebligen Blick auf kleinen Park, so dass der erste Tag im Neuen Jahr doch auf jeden Fall wieder in Zufriedenheit endet!

Das Vorhaben!

09.12.31-609.12.31-709.12.31-809.12.31-910.01.01-110.01.01-210.01.01-310.01.01-410.01.01-510.01.01-610.01.01-710.01.01-8

Leave a Comment more...

Landratsamt und Leichenzug

by Andreas on Dez.28, 2009, under Projekt

Das Wetter überrascht uns heute wieder mit Sonnenschein und deutlichen Plus-Graden: zwischen fünf und acht Grad schwankt das Thermometer über den Tag. Wir schauen heute als erstes bei der “Provinz-Regierung” – bei uns etwa das Landratsamt – vorbei und werden auch gleich von der Pressereferentin Desislava Vasileva sowie der Kulturreferentin Ralitsa Ivanova empfangen. Die beiden hören sehr interessiert den Erklärungen zu unserem Projekt und der Tour zu und werden unsere Einladung sehr gerne an Medien, Organisationen, Vereine und dgl. weitergeben.

Kurz vor Mittag kommen wir aus Vidin weg und machen uns auf den Weg nach Lom. Bereits kurz nach Vidin zeigt sich die Landschaft herb und karg, und auch die zahlreichen kleinen Orte machen eher ein trauriges Bild: Verfallene Häuser, abenteuerliche Straßen und größtenteils fast menschenleer; es wirkt alles ein bisschen traurig. Die Menschen, die wir sehen und treffen, machen allerdings ganz und gar keinen traurigen Eindruck: Größtenteils winken sie uns zu, recken mit einem Blick auf unser Motorräder die Daumen nach oben und sind einfach freundlich!

Selbst der für unsere Vorstellungen etwas skurrile Leichenzug, dem wir am Ortsausgang von Lom begegnen, ist nicht unbedingt von Traurigkeit gekennzeichnet: Der Verstorbene wird auf einem Lastwagen transportiert, auf dem wohl eine seiner nächsten Angehörigen mitfährt; sie ist die einzige in diesem Zug, die wir schluchzend weinen sehen. Die anderen – vorneweg eine kleine Gruppe mit dem Totenkreuz, hinter dem Fahrzeug eine weitere Gruppe mit Musikbegleitung zum Schluss – machen eher den Eindruck, als wär die Zeremonie eine der normalsten Sachen der Welt (was sie ja wirklich auch ist!): Sich unterhaltend, lachend, Zigaretten rauchend gehen sie ihren Weg – und interessieren sich, als sie uns passieren, offensichtlich eher für unsere Motorräder.

Der weitere Weg nach Kozloduy bietet uns ein weiteres Spektrum an sämtlichen Straßenzuständen: von gut asphaltiert bis Schlagloch-übersät reicht die Palette; auch wunderschöne Ausblicke erleben wir auf den Höhenzügen kurz vor der Stadt, die weit über die in der Ebene liegende Donau hinausreichen. Wir sind relativ früh am Nachmittag in Kozloduy, suchen nach einer Unterkunft, die wir im Istar-Hotel auch finden.

Das Vorhaben!

09.12.28-209.12.28-309.12.28-409.12.28-509.12.28-1409.12.28-609.12.28-709.12.28-809.12.28-909.12.28-1009.12.28-1109.12.28-12

Leave a Comment more...

Radio-Interview und spektakuläre Landschaft

by Andreas on Dez.26, 2009, under Projekt

Gegen 08.00 Uhr kommt Tanja und begleitet mich zur örtlichen Radiostation „Radio Smederevo“. Redakteur Zoran Jovsic nimmt sich viel Zeit für mich und hört sich die Geschichte unseres Projekts an. Er ist begeistert von unserer Unternehmung und will uns auf jeden Fall unterstützen. Er nimmt deshalb stellvertretend meine offizielle Einladung zur Freundschaftswoche im nächsten Sommer bei uns in Passau an und interviewt mich entsprechend, um seiner Hörerschaft das Projekt, das Anliegen und unsere Einladung weiter zu vermitteln.

Als ich zurück zum „MIR“-Hotel komme, hat Hendrik unsere Motorräder bereits aus dem Laden geholt und sich auch noch von Slavica Kuphalt „anmachen“ lassen. Die freundliche Dame, die unsere  Zimmernachbarin war, hat ihn angesprochen, weil sie einfach neugierig war: Was sind das wohl für Typen, die da im Winter mit  Motorrädern durch die Gegend fahren. Die gebürtige Belgraderin erzählt, dass sie in Hamburg zuhause ist, ihre Wurzeln allerdings in Smederevo liegen. Daher ist sie immer wieder mal hier in ihrer Heimat, um zu relaxen und – wie sie sagt – „die Seele baumeln“ zu lassen.

Für uns hat sie zahlreiche Tipps für unsere Weiterfahrt parat; welche Strecke wir nehmen sollen, was anzuschauen ist, wo wir übernachten können. Als erstes legt sie uns allerdings die Festung von Smederevo ans Herz. Den Tipp haben wir auch schon von Tanja und Zoran bekommen, so dass wir diesen Höhepunkt auf jeden Fall schon auf unserer To-do-Liste hatten.

Zuvor machen wir aber noch einen kleinen Abstecher zu einem nahe gelegenen Friedhof, der durch seine Hanglage und durch sein gesamtes Erscheinungsbild einen Reiz auf uns ausübt. In der Friedhofskapelle findet gerade eine Messe statt – wir drücken uns leise in den Innenraum und sind gefesselt von der Stimmung. Die melancholischen Gesänge gehen echt ans Gemüt! Trotzdem bleiben wir nicht, sondern stehlen uns wieder davon, um uns zur Festung aufzumachen. Die liegt direkt an der Donau und hat beeindruckende Ausmaße, was sie zur (flächenmäßig) größten Festungsanlage Europas macht.

Es ist schon fast Mittag, als wir Smederevo verlassen und uns Richtung Pozarevac auf den Weg machen. Dort kommen wir gerade zur rechten Zeit an, um den großen Auftritt des Weihnachtsmanns miterleben zu können. Der wird in einer Pferdekutsche vorgefahren und ist innerhalb von Sekunden nach seinen Stopp von der Menschenmenge eingekesselt, die ihm die mitgebrachten Geschenke fast schon aus den Händen reißt.

Wir reißen uns los von diesem Massenauflauf und fahren nach Veliko Gradiste. Dort treffen wir wieder auf „unsere“ Donau und folgen von hier wieder ihrem Verlauf. Der führt uns endlich aus der bisher eintönig flachen Landschaft in annähernd hügelig und abwechslungsreichere Regionen. Ab Golubac, wo die gleichnamige Festung wie ein Wächter am Eingang zur größten Schlucht eines Flusses thront, windet sich die Straße auf überraschend gutem Asphalt und richtig schönen Kurven neben der Donau dahin. Ab hier zwängt sich der Fluss auf 110 Kilometer Länge spektakulär durch die Balkanberge auf der rechten Seite und den rumänischen Karpaten-Ausläufern zur Linken.

Wären da nicht die deutlich zunehmenden Schneereste beiderseits der Straße und die nicht ganz so hohen  Temperaturen von etwa acht Grad, wir würden kaum auf die Idee kommen, dass wir im Dezember unterwegs sind. Überhaupt: Wir haben mit dem Wetter bisher einfach ein Riesenglück! Und da sind wir sehr froh darüber!!

Gegen 15.00 Uhr erreichen wir Donji Milanovac, wo wir laut Empfehlung von Slavica Kuphalt gut übernachten können. Beim ersten Versuch an der Tankstelle des Orts fallen wir auf einen netten alten herein, der uns bei sich unterbringen will. Das Zimmer ist aber unter aller …. „Eine Stufe nach Zelten“, meint Hendrik und findet 20,00 Euro eine Frechheit dafür. Im einzigen Hotel der Ortschaft wollen sie sogar 60,00 Euro – da schauen wir uns das Zimmer erst gar nicht an.

Wir fahren wieder ins Zentrum, und ich frage in einem Restaurant nach einem Privatzimmer. Die nette Wirtin hat zwar selber keine Zimmer zu vermieten, sie weiß jedoch Rat. „Fünf Minuten warten“, meint sie nach einem kurzen Telefonat. Und tatsächlich kommt ein symphatischer Mann, der uns abholt. Keine 200 Meter weiter sind wir auch schon bei ihm und finden wieder eine super Unterkunft: Großes, sauberes Zimmer; extra Küche sowie Bad und WC. Und fünf Minuten nachdem wir die Motorräder abgepackt und die Sachen aufs Zimmer gebracht haben, sitzen wir auch schon in der Küche von Kaja und Nebojsa Mihajlovic und trinken Kaffee!

Wir sind wieder gut angekommen!

Das Vorhaben!

09.12.26-809.12.26-109.12.26-209.12.26-309.12.26-409.12.26-609.12.26-509.12.26-7

Leave a Comment more...

Looking for something?

Use the form below to search the site:

Still not finding what you're looking for? Drop a comment on a post or contact us so we can take care of it!

Visit our friends!